STADT, LAND, SCHLUSS! DER AFD DEN WAHLKAMPF VERMIESEN

Kundgebung gegen den AfD-Wahlkampfbus am 28.05.21, 10Uhr
Im Herbst ist Bundestagswahl und damit geht die erste Legislaturperiode mit einer offen rechtsradikalen Partei im deutschen Bundestag zu Ende. Vier Jahre lang hat die AfD die daraus erwachsenden Gelder und Ressourcen für ihre Arbeit nutzen können. Sie haben rechte Netzwerke auf- und ausgebaut, Nazikadern zu Jobs verholfen, eine Stiftung für ihr menschenfeindliches Gedankengut aufgebaut. Sie haben Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und alle anderen Formen von Menschenfeindlichkeit geschürt. Sie haben sich hinter die Verschwörungsideolog*innen von Querdenken gestellt und alles dafür getan, dass sich ihre antidemokratische, rechtsextreme Agenda weiterverbreitet.
Im Herbst ist Bundestagswahl und das bedeutet auch, dass der Wahlkampf der AfD in eine neue Runde geht. Der erste Aufschlag findet am kommenden Freitag statt und zu diesem Anlass bekommt Erlangen „hohen“ Besuch aus München . Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Stadt, Land, Bus“ und unter dem zynischen Titel „Demokratie bewahren“ veranstaltet die AfD-Landtagsfraktion einen Infostand am Beşiktaş-Platz. Das werden wir nicht unkommentiert lassen.
Das Antifa-Cafe ruft zur Gegenkundgebung am Freitag, 28.05. 10 Uhr am Beşiktaş-Platz auf. Lasst uns den Menschenfeinden von der AfD lautstark zeigen, dass sie und ihr Gedankengut nicht willkommen sind. ​​​​​​​
PS: Der Wahlkampf hat gerade erst begonnen. Weitere Infos und Gegenkundgebungen werden bald folgen. Der AfD kein Raum, kein Ohr. Keine Stimme den Faschisten.
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Gegen jeden Antisemitismus.

Am gestrigen Samstag beteiligten wir uns an den Protesten gegen Querdenken in Nürnberg. Zur gleichen Zeit organisierten eine pro-palästinensische Gruppe und das „Evangelische Forum für den Frieden“ eine Kundgebung vor der Lorenzkirche.
Bei dieser wurden – quasi widerspruchslos – antisemitische Erzählungen und Parolen verbreitet.
In den letzten Tagen häufen sich wieder einmal die Berichte von antisemitischen Vorfällen: Von offen antisemitischen Parolen auf Kundgebungen wie in Nürnberg, über Bedrohungen und Beleidungen von jüdisch gelesenen Personen, bis hin zu antisemitischer Gewalt – gegen Synagogen und Menschen.
Für uns gilt nach wie vor: Gegen jeden Antisemitismus – egal ob von islamistischen Hamas-Fans, christlichen Fundamentalist:innen, schwurbelnden Esoteriker:innen, wissenschaftsleugnenden „Friedensbewegten“, autoritären Maoisten oder von Nazis und anderem rechten Gewäsch.
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Schluss mit der Kriminalisierung von Antifaschist:innen – Wie Staatsschutz und Neonazis gegen einen Erlanger Politiker vorgehen

Im März 2021 wurden die Wohnung eines Antifaschisten und parteilosen Stadtrates der Grünen Liste in Erlangen, wie auch die Räume seiner Fraktion, ohne deren Kenntnis, von Polizei und Staatsschutz durchsucht. Dabei wurden sämtliche elektronischen Speichermedien beschlagnahmt. Der Vorwurf lautet: „Beihilfe zum Verstoß gegen das Kunsturheberrecht“. Nach einer öffentlich beworbenen Veranstaltung der AfD in einem Erlanger Restaurant im September 2020 zum Thema „politischer Islam“ waren Fotos dieser auf Indymedia aufgetaucht. Mitglieder der AfD sahen sich dadurch in ihren Bildrechten verletzt und erstatteten Anzeige. Inzwischen wurde die Durchsuchung und Beschlagnahmung der Fraktionsräume für rechtswidrig erklärt – hier war wohl sogar dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Ermittlungseifer des Staatsschutzes zu ambitioniert gewesen.
Inzwischen sieht sich der Antifaschist zudem noch mit einer zweiten Anzeige konfrontiert. Abermals wird ihm ein Verstoß gegen das „Kunsturheberecht“ vorgeworfen, da sich auch ein Neonazi der Erlanger Burschenschaft Frankonia und weitere Personen aus seinem Umfeld in ihren Bildrechten verletzt sehen. Der Stadtrat und Fraktionssprecher für Strategien gegen rechte Aktivitäten hatte in einem Bildungsvortrag zum Thema „Rechte Strukturen rund um die FAU“ erwähnt, dass der besagte Neonazi im Dezember 2020 vom Amtsgericht Erlangen wegen des Zeigens von Hakenkreuzen und SS-Runen, sowie des Besitzes von Schusswaffen verurteilt worden war und hierbei Fotos des (damals) öffentlichen Insta-Acounts des Angeklagten gezeigt.
Das Vorgehen gegen den Erlanger Antifaschisten reiht sich ein, in eine lange Tradition der Bekämpfung und Kriminalisierung von Antifaschist:innen in Bayern. Berufsverbote für Linke, unverhältnismäßige Strafmaßforderungen von Staatsanwaltschaften gegen Antifaschist:innen und Verharmlosung von Wehrsportgruppen und rechten Netzwerken durch ranghohe Politiker:innen stehen dabei in einem eindeutigen Zusammenhang. Es sind verschiedene Formen der antikommunistisch und später extremismustheoretisch begründeten Kriminalisierung antifaschistischer Praxis, die letztlich vor allem Neonazis zu Gute kommt, die in Ruhe ihre Strukturen auf- und ausbauen können.
Die Geschichte zeigt, dass Polizei, Staatsschutz und Verfassungsschutz in Bayern nicht Willens sind, rechte Strukturen zu bekämpfen, Attentate zu verhindern oder auch nur aufzuklären. Die lange Liste rechtsterroristischer Mordanschläge liefert dafür allzu viele Belege. Etwa hat die jahrelange Duldung der Wehrsportgruppe Hoffmann das Münchener Oktoberfestattentat und die Ermordung von Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen erst möglich gemacht. Die Hälfte aller Morde des NSU wurden in Bayern verübt und die Neonazi- und V-Personenstrukturen, die das Kerntrio lokal unterstützten, sind bis heute nicht aufgeklärt. Doch nicht nur verweigern und verhindern die Behörden Aufklärung, sie sind selbst von Nazis durchsetzt. Beinahe wöchentlich ist von unterschlagener Munition, sowie von rechten Zellen und Chatgruppen bei Bundeswehr und Polizei zu lesen – letzteres zum Beispiel auch beim bayerischen USK.
Das verdeutlicht nur noch einmal, was wir Antifaschist:innen längst wissen: Im Kampf gegen Nazis kann man sich auf den Staat nicht verlassen. Um zu verhindern, dass sie ihre menschenfeindliche Propaganda ungehindert verbreiten und letztlich weiter Morden können, beobachten und dokumentieren Antifaschist:innen rechte Strukturen und Akteur:innen. Diese Arbeit ist seit jeher staatlicher Repression ausgesetzt – für die Behörden steht der Feind links. Bereits die bürgerliche Politik einer vergleichsweise linken Parteiliste reicht offenbar aus, um gegen aktive Antifaschist:innen Vorwürfe – mit Nazis als Stichwortgebern – zu konstruieren und einen umfassenden Eingriff in deren politische Arbeit vorzunehmen.
Wir lassen uns nicht einschüchtern! Antifaschistischer Widerstand ist und bleibt notwendig! Gerade in Zeiten in denen die völkische AfD in fast allen Landesparlamenten sitzt, rassistische und antisemitische Übergriffe an der Tagesordnung sind, sich mit den sogenannten Querdenker:innen das Potential für eine breite rechte Bewegung deutlich offenbart und auch die staatlichen Organe mit Neonazis und rechten Netzwerken durchzogen sind, braucht es eine starke antifaschistische Bewegung und Menschen, die für eine freie und soldarische Gesellschaft kämpfen.
Gegen die Kriminalisierung antifaschistischer Praxis! Solidarität mit allen Antifaschist:innen!
https://youtu.be/nliIt_Fys6o
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BERLINER MIETENDECKEL GEKIPPT – ENTEIGNUNG JETZT ERST RECHT

Volle Solidarität nach Berlin mit Allen die von der Kippung des Mietendeckels betroffen sind! Wohnen ist ein Grundrecht, dass damit gewinnorientiert an der Börse spekuliert wird, ist menschenverachtend. Von der Miete einer Wohnung der Europäischen Aktiengesellschaft Deutsche Wohnen wandern 177€ monatlich direkt ins Portemonnaie der AktionärInnen. Dieser Aktiengesellschaft gehören allein in Berlin 114 200 Wohnungen. 
 
Mitten in der Corona Pandemie kommen nun auf tausende Berliner Mieter*innen teils drastische Nachzahlungen zu, wer nicht zahlen kann fliegt raus. Und wer jetzt sagt das Geld dafür „hätte man halt zurücklegen sollen“ während weiterhin ständig irgendwelche Unternehmen vom Staat aus ihren Insolvenzen rausgehauen werden, verkennt die Lage ganz grundsätzlich. Es geht hier um das Wegbrechen von Existenzgrundlagen. Es geht um Familienkühlschränke die seit dem Inkrafttreten des Deckels im Februar 2020 am Ende des Monats vielleicht nicht immer völlig leer waren. Es geht um eine erhebliche Mehrbelastung bis hin zur Existenznot vieler Einzelner zum Zweck der Kapitalvermehrung einiger Weniger. Hier werden Menschen ohne Mittel auf die Straße gesetzt damit Aktienkonzerne weiterhin Gewinn einfahren können. Und das alles mit kaltem Kalkül der politischen Vertretung des Immobilienkapitals: Das Urteil ist Folge einer Klage durch Union und FDP.
 
Morgen: Bundesweiter Mietendeckel! Übermorgen: Wohnungskonzerne enteignen – Grund, Boden und Wohnraum vergesellschaften! Alles für alle!
Es wird voraussichtlich am Freitag den 23.04. eine Kundgebung in Erlangen zu diesem Thema geben! Aktuelle Informationen dazu findet ihr bald auf den social Media Kanälen der Partei die Linke. 
 
Zum weiterlesen:
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Nazi Update von Adrian M. aus der Frankonia Erlangen

Bei Mitgliedern des „Nord Württemberg Sturm“, einer Regionalgruppe der extrem rechten „Jungen Revolution“ gab es Hausdurchsuchungen, Belltower.News hat Hintergrundinfos zu diesem Nazi-Scheißverein [1].
Warum teilen wir diesen Artikel? Zum Einen, weil es ein guter Artikel ist, zum Anderen, weil es einen lokalen Bezug gibt: Adrian M., das Mitglied der Erlanger Nazi-Burschenschaft Frankonia, zu dem wir bereits Ende letzten Jahres einen Artikel veröffentlicht hatten [2] unterhält nahe Kontakte zu dieser Gruppe und Einzelpersonen in ihrem Dunstkreis.
Zwischen dem im Artikel von Belltower.News erwähnten Sanny Kujath und M. gibt es mindestens Geschäftsbeziehungen, Kujath vertreibt M.s Bücher über seinen Online-Shop. Zum Sänger der NSBM Band „Eishammer“ Dennis Hock gibt es eine freundschaftliche Beziehung – Bilder zeigen beide lachend mit Bier in der Hand oder Hock mit M.s Thor-Steinar-Jacke. Bei der erwähnten „Nord Württemberg Sturm“-Wanderung vom Oktober 2020 war M. sogar selbst Teilnehmer.
Alles keine brandheißen Neuigkeiten – zeigt aber einmal mehr M.s Verwurzelung in der bundesweiten Nazi-Szene.
Männerbünde auflösen – Burschenschaften enteignen – Nazis entwaffnen
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Statement zur Kundgebung bezüglich der Abschiebung einer Erlanger Familie

Am 23. Februar wurde eine Familie aus Erlangen nach Armenien abgeschoben. Heute veranstalteten der Unterstützerkreis der Familie und der Ausländer- und Integrationsbeirat eine Kundgebung an der wir uns beteiligt haben. Wir finden es toll, wie schnell Mitschüler*innen und Freund*innen der Familie Unterstützung organisiert haben und wie viele Menschen gezeigt haben, dass ihnen die Unmenschlichkeiten dieses Staates nicht egal ist. Die abgeschobene Familie sind keine abstrakte Nummer in Horst Seehofers Abschiebebilanz, sondern Nachbar*innen, Freund*innen, Mitschüler*innen.

Wir schließen uns den Forderungen auf der Kundgebung an: die Familie muss schnellstmöglich zurück in ihre Heimat – nach Erlangen. Wir gehen in unseren Forderungen aber weiter: Abschiebungen sind unmenschlich und stützen die rassistische Politik Deutschlands und der Festung Europa. Abschiebungen verletzen die Betroffenen in ihren grundlegenden Rechten und ihrer Menschenwürde. Deswegen sind wir gegen jede Abschiebung und auch gegen jede Politik, die versucht Abschiebungen „menschlicher“ zu machen und Menschen in „gute Geflüchtete“ (die bleiben dürfen) und „böse Geflüchtete“ (die ruhig abgeschoben werden können) einzuteilen.

Für uns keine leere Parole, sondern politische Forderung:​​​​​​​
Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!

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Aufruf zur Kundgebung im Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau

Am 19. Februar 2021 ist der rassistische Anschlag in Hanau ein Jahr her.

Die Gruppe Antithese und die initiative kritisches gedenken organisieren eine Kundgebung im Gedenken an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

Wir klagen an. Das Versagen der Behörden, der Staatsanwaltschaft und Polizeit vor, während und nach der Tat. Die schleppenden Ermittlungen, das diffamierende Verhalten von Polizei und Behörden gegenüber Angehörigen und Überlebenden, selbst gegenüber den Toten.

Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat: Der Mörder in Hanau war kein „verrückter“ Einzeltäter. Diese Erzählung hat den einen großen Zweck: Die deutsche Gesellschaft von Schuld freizusprechen und zu leugnen, dass es überhaupt ein Problem mit rechten Netzwerken gibt; diese Annahme verunmöglicht eine Aufklärung und deckt die Mittäter*innen, anstatt Menschen vor rechter Gewalt zu schützen.

Wir fordern Konsequenzen für den Täter und die juristische Verfolgung aller Mittäter*innen und Mitwisser*innen, denn nur so lassen sich rechte Netzwerke zerschlagen. Wir fordern die Sicherheitsbehörden dazu auf, endlich konsequent gegen Rechtsextreme in den eigenen Reihen vorzugehen. Nazis raus aus Polizei, Behörden und den Parlamenten!

Diese Tat ist nicht isoliert zu betrachten. Seit 1945 zeigen sich Kontinuitäten rechten Terrors in der BRD. Der rassistische Brandanschlag in der Hamburger Halskestraße, der antisemitische Doppelmord in Erlangen und das Oktoberfestattentat in München 1980, die Anschlagsserie des NSU, der Anschlag in Halle oder die Ermordung Walter Lübckes. In allen Fällen, versuchte der Staatsapparat bis zur Unausweichlichkeit, das rechte Motiv der Anschläge zu leugnen, ermittelte im Umfeld der Opfer, diffamierte Angehörige und die Toten selbst. Unverzeihliche Fehler und institutioneller Rassismus prägen bis heute die polizeiliche Arbeit. Der Unwillen der Behörden, die Netzwerke und Hintermänner der Täter*innen aufzudecken, stehen nicht nur der Aufklärung im Weg und verunmöglichen Konsequenzen für Mittäter, sondern gefährdet weitere Menschenleben.

Wir klagen gemeinsam mit der Initiative 19. Februar in Hanau an und fordern Taten statt Worte: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen!

19.02.2021 // 16.30 Uhr // Schlossplatz Erlangen

Kommt zahlreich und schließt euch dem Gedenken und dem Protest an. Tragt Mund-und-Nasenschutz und haltet den Mindestabstand von 1,5 Metern ein.

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ZeroCovid statt Querdenken

Statement zum 17.01.21 in Erlangen 
 
Nachdem bereits in Nürnberg und Fürth mehrere Kundgebungen der Corona-Leugner*innen verboten wurden, versammelte sich der Mob heute um 17:30 Uhr am Erlanger Schlossplatz und versuchte dort eine Kundgebung anzumelden. Die mehr als 200 Querdenker*innen setzten sich aus dem typischen Millieu von Ü-50 Männern mit Cowboyhut, Frauen mit Pelzmantel, Hippies, Esos vereinzelten Hools (Dynamo Dresden) und natürlich dem Cop a.D. Karl Hilz zusammen. Nachdem die Polizei die Kundgebung schließlich untersagte, löste sich die Versammlung nach der zweiten Durchsage zögerlich und ohne viel Zutun der Cops scheinbar auf. Tatsächlich zogen sie jedoch in größeren Gruppen durch die Innenstadt – natürlich ohne Mund-Nasen-Schutz und Abstand – dafür die Nationalhymne singend. Die Polizei war mit der Situation mal wieder sichtlich überfordert. Zwar versuchte sie immer wieder Wege zu versperren und auch ein paar Personalien (u.a. von Hilz) wurden festgestellt, aber ein konsequentes Vorgehen sieht anders aus.
 
Die Querdenkenbewegung stellt eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, worauf antifaschistische Gruppen bereits früh aufmerksam gemacht haben. Spätestens nach der Eskalation Ende August in Berlin und im November in Leipzig muss auch den Letzten klar geworden sein, dass es sich hierbei um ein Amalgam aus Antisemit*innen, Esoteriker*innen, Protofaschist*innen oder eben schlicht die sogenannte Mitte der Gesellschaft handelt. Die Polizei, sei es in Berlin, Frankfurt/M., Leipzig, Nürnberg oder Erlangen greift dagegen nur zögerlich ein, obwohl wir alle Wissen, dass sie anders könnten.
 
Die völkische Querdenkenbewegung will sich dem kapitalistischen Normalvollzug unterwerfen, mit dem Ziel der Freiheit, andere Gefährden zu dürfen. Dabei ist ein Hinterfragen der aktuellen Coronabeschränkungen tatsächlich notwendig, da sich das Virus nicht nur in der Freizeit, sondern selbstverständlich auch während der Lohnarbeit ausbreitet. Die aktuellen Infektions- und Todeszahlen lassen leider keinen anderen Ausweg als einen konsequenten Shutdown, der über die Grenzen des Nationalstaats hinaus, solidarisch sein muss und niemanden zurücklässt. Daher schließen wir uns den Forderungen der #ZeroCovid Kampagne an.
 
Corona ist das Virus – Kapitalismus ist die Krankheit
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Hintergrundinfos: 21-Jähriger Neo-Nazi aus der Burschenschaft Frankonia wegen Waffenbesitzes zu Bewährung verurteilt

(Dieser Beitrag erschien auch auf de.indymedia.org und enthält dort weitere Bilder: https://de.indymedia.org/node/127369)

Der 21-jährige Neonazi Adrian M. wurde zu Jugendarrest von 1 Jahr verurteilt, ausgesetzt auf 4 Jahre Bewährung. Grund waren das Online-Zurschaustellen und Zum-Verkauf-Bieten von Nazi-Devotionalien, sowie der Besitz von Waffen. Adrian M. gehört zur rechtsextremen Burschenschaft Frankonia Erlangen und ist bestens vernetzt mit alten und neuen Rechten aus dem gesamten Bundesgebiet.

Ein 21-jähriger Student aus Hersbruck wurde letzten Mittwoch vor dem Schöffengericht in Erlangen verurteilt, da er online Nazi-Devotionalien präsentiert und teilweise auch zum Verkauf angeboten hat. Die betreffenden Gegenstände hatte er in Teilen mit einem Metalldetektor gefunden und ausgegraben. Darüber hinaus besaß er mehrere Waffen und Waffenteile, die er ebenfalls gefunden habe. Das Gericht folgte der Erzählung des Angeklagten, dass der Großteil davon so stark verrostet und kaputt sei, dass es sich nur noch um „einen Haufen Schrott“ handeln würde. Die Funktionsfähgkeit einer halbautomatischen Pistole und eines Gewehrs seien jedoch wieder herzustellen gewesen. Vor Gericht erklärte der 21-jährige, der in Erlangen in einer Wohngemeinschaft lebt, sein Instagram Profil sei „kein Naziforum“, er wolle „den Nationalsozialismus und den Krieg nicht glorifizieren“. Schließlich wurde er nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zu 4 Jahren Bewährung verurteilt. Zusätzlich muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Soweit der Bericht der Erlanger Nachrichten [1], soweit so gut? Fast. Recherchen lokaler Antifaschist*innen zeichnen ein anderes Bild. Adrian M. ist tief verwurzelt in der Erlanger und bundesweiten Naziszene. „Die Wohngemeinschaft“, in der er in Erlangen lebt, ist die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem beobachtete Burschenschaft Frankonia. Sein Anwalt Frank Miksch ist selbst „alter Herr“ der Frankonia und seit Jahren als Neonazi-Szeneanwalt bekannt. Adrian M. ist kein Junge, der zufällig ein paar Hakenkreuze und Waffenteile im Wald findet, sondern ein organisierter Neo-Nazi.

Bereits in der Schule hatte er einen „Naziruf, der nicht ganz unverdient war“ [2, 3], so seine eigene Aussage in einem Forum. Während seiner Schulzeit lernte er Konrad Scheucher kennen, einen Wehrmachts-Panzerfahrer, den er mindestens seit 2017 regelmäßig besuchte. Schließlich machte er sich daran die Memoiren Scheuchers aufzuschreiben und als Buch zu veröffentlichen. Dabei folgte er wohl einer Überzeugung, die er am 26.05.2020 in einer Instagram-Story ausdrückte: „Opa erzählen lassen – staatlich propagandierten Schuldkult beenden !!!“. Zusammen mit Scheucher war er auf Einladung des Neonazis Martin Gärtlein am 13.04.2019 zu Gast beim geschichtsrevisionistischen „Verein Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen, der 1992 u.a. von der mehrfach verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck gegründet wurde. Vor 160 Teilnehmenden konnten Scheucher und M. – beide gekleidet in Wehrmachtsuniform, dem historischen Vorbild von Scheuchers Division nachempfunden – ihr faschistisches Gedankengut verbreiten. Im Anschluss folgte ein  Auftritt von Frank Rennicke, einem bekannten Neonazi-Liedermacher. Im Juni des gleichen Jahres nahmen die beiden – in ihren Wehrmachtsuniformen – an Gedenkveranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestags des sog. „D-Days“ in der Normandie teil. Von dort postete er eine Insta-Story, die ihn auf einem Panzer sitzend mit der Caption „Michael Wittmann 2.0“ zeigt. Wittmann, in dessen Tradition M. sich hier gerne stellen möchte, war ein deutscher SS-Hauptsturmführer und gilt als einer der „erfolgreichsten“ Panzerkommandanten des zweiten Weltkriegs.
Der Tod Scheuchers Anfang März 2020 veranlasste M. in einer Insta-Story zu versprechen: „Deine Leistungen und Ideale werde ich immer verteidigen“.
Damit hörte M.s unermüdliches Engagement, alte Nazis geschichtrevisionistischen Blödsinn erzählen zu lassen, aber leider nicht auf. Im Mai 2020 erschien ein neues Buch von ihm, das die Memoiren eines Wehrmacht-Kampfschwimmers enthält. Seinen Buchverlag bezeichnete er in einem Chat mit Kameraden übrigens offen als „Nazi-Buchverlag“.

 

Auch seine berufliche Karriere lässt seinen Fanatismus für Waffen und Militarismus erkennen: Im Rahmen seines Ingenieurstudiums an der FAU machte er im Frühjahr 2019 ein Praktikum bei einer „Sicherheitsfirma in Nürnberg“ und hatte darüber Zugang zu einer Waffen- und Sicherheitsmesse, wo er mit Scharfschützengewehr und Maschinenpistolen posierte.

 

Aber M. schreibt nicht nur Bücher und sucht Waffen im Wald, er ist auch bestens vernetzt mit Rechtextremenen in der gesamten Bundesrepublik. Mit Albrecht Diederichs, einem jungen Neonazi aus Northeim [4] verbrachte er bereits zwei Sommerurlaube in Norwegen. Auch mit dem Rest der gewaltbereiten Northeimer Nazi-Clique [5] versteht er sich bestens. Sowohl bei einem Trip nach Norwegen als auch bei einem Besuch in Northeim wurde er von Mit-Frankone und Erlanger AfD-Stadtratskandidat Philipp C. begleitet. Über diese Nazi-Clique kommt vermutlich auch der Kontakt zu I. Heise zustande, mit der M. gut befreundet ist. I. Heise ist Tochter des militanten Neonazis Thorsten Heise, der sich im engen Umfeld des NSU bewegte.
Eine weitere Verbindung gibt es zu Luis Hill, dem Vorsitzenden der JA Ostbayern, mit dem er sich gemeinsam mit Philipp C. in der Nähe von Schloss Neuschwanstein traf.
Naturgemäß gibt es gute Kontakte zu Marcus M. (ein Aktivist der Jungen Alternative Nürnberg/Fürth, bzw. der JA Bayern) und seiner Partnerin Lydia v. W. (im Bundesvorstand der JA), sowie zu (ex-)IB Kader Robert Timm: Marcus M. ist ebenfalls Mitglied der Burschenschaft Frankonia, Timm wohnt im Haus der Burschenschaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Adrian M. ist ein organisierter Neo-Nazi, ein Geschichtsrevisionist und ein Bewunderer des historischen Nationalsozialismus. Er ist bestens vernetzt, sowohl mit dem parlamentarischen Arm der aktuellen extremen Rechten, wie auch mit militanten Neonazis.
Und er hatte Waffen Zuhause. Nicht unmittelbar funktionstüchtig, aber funktionstüchtig machbar mit etwas Arbeit und frei verkäuflichen Teilen. Das technische Geschick dazu hätte er.
Adrian M. ist kein Junge, der zufällig ein paar verrostete Waffen und Hakenkreuze im Wald findet.
Adrian M. und seine Waffen sind brandgefährlich und ein Skandal.

[1] https://www.nordbayern.de/region/erlangen/nazisymbole-online-gezeigt-her…
[2] https://web.archive.org/web/20201222174030/https://www.militaria-fundfor… (siehe Nutzer „nürnberg“)
[3] https://web.archive.org/web/20201222174300/https://www.militaria-fundfor… (siehe Nutzer „nürnberg“)
[4] https://www.hna.de/lokales/goettingen/goettingen-ort28741/pastor-relativ…
[5] https://ausgetobt.blackblogs.org/die-goettinger-naziclique-teil-3/

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Aufruf zur Kundgebung am 15.11.20: Solidarität statt Verschwörungsideologie und rechte Hetze

Am Sonntag, den 15.11.2020 will in Erlangen der Nürnberger Ableger des Bündnisses „Querdenken“ auf die Straße gehen. Nicht erst seit den Ausschreitungen in Leipzig ist für uns klar, dass wir uns dem eindeutig und unmissverständlich entgegenstellen müssen.
Im Sammelbecken der „Querdenken“-Bewegung oder der selbsternannten „Corona-Rebellen“ tummeln sich seit Beginn der Pandemie Esoteriker*innen, Nazis, Impfgegner*innen und reaktionäre Kräfte aller Couleur.
Auch Erlangen ist nicht frei von solchen Schwurbler*innen. Seit mehreren Monaten versammeln sich auch hier regelmäßig die selbsternannten „Coronarebellen“, um ihre von antisemitischer Ideologie durchdrungene Welterklärung zu verbreiten. Was als versprengtes Häuflein begann, ist inzwischen gut vernetzt zu Rechten in der ganzen Region. Was einst ein verstrahlter Singkreis war, ist mittlerweile zur AfD-Wahlkampfveranstaltung mutiert.
Lasst uns gemeinsam Verschwörungsphantast*innen isolieren und ihr Gedankengut eindämmen. Lasst uns entschieden gegen Schwurbler*innen, Antisemit*innen und Rechte vorgehen und ihnen die Öffentlichkeit streitig machen, die ihnen nie zustand.
Solidarität statt Verschwörungsideologie und rechte Umtriebe!
Querdenken durchimpfen!
Evtl. wird der Kundgebungsort kurzfristig geändert, achtet daher auf Ankündigung auf unseren Social-Media-Kanälen. Uns ist wichtig, dass auf der Kundgebung Schutzmaßnahmen zu einer Minimierung der Infektionsgefahr eingehalten werden.
Bringt daher einen MNS mit und haltet Abstand.
Achtet auf euch und Andere.
 
Die Kundgebung findet am Sonntag, 15.11.20 von 14:30 – 17:30 am nördlichen Teil der Grünfläche am Röthelheimpark statt. Bitte kommt aus Richtung George-Marshall-Platz auf die Kundgebung.
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