Feministische Vortragsreihe

Feminismus

Liebend gerne weisen wir auf eine Vortragsreihe im Selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum Wiesengrund hin

Feministische Vortragsreihe präsentiert vom Selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum Wiesengrund und dem Frauenzentrum Erlangen

05.05. Koschka Linkerhand
Das Patriarchat ist tot, es lebe das Patriarchat?! – Ein Plädoyer für die Anliegen des klassischen Feminismus.
https://www.facebook.com/events/118447485371928/

16.05. Vortrag vom Frauenhaus Erlangen
Gegen Gewalt an Frauen – 40 Jahre Frauenhausbewegung in Erlangen
https://www.facebook.com/events/275849359540941/

24.05. AK Unbehagen
Ein Wurm mit Adlerflügeln, in der Küche Talg hackend – Lesung und Vortrag
https://www.facebook.com/events/443833782629142/

13.06. Eve Massacre
That’s why the lady is a fan
https://www.facebook.com/events/456386128026836/

28.06. Roswitha Scholz
Das Abstraktionstabu im Feminismus – Wie das Allgemeine des warenproduzierenden Patriarchats vergessen wird
https://www.facebook.com/events/724169467752715/

Alle Vorträge starten um 20:00!
Ort: Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum Wiesengrund
Wöhrmühle 7, Erlangen
http://juz.wojo-club.de/

in Kooperation mit dem Frauenzentrum Erlangen

Willkommen!

PM zu AfD-Veranstlatung am 06.04.

Pressemitteilung

Neues Lokal für Erlanger AfD

Rechte AfD Veranstaltung nun im „Deutschen Haus“

Hiermit möchten wir darauf hinweisen, dass die rassistische AFD am 6.4.2017 einen Vortrag in den Räumlichkeiten des Restaurant Orpheus im ‚deutschen Hauses‘ in der Luitpoldstrasse abhalten will. Wir finden es untragbar, dass dieser Partei eine Plattform für ihre menschenverachtende und rassistische Inhalte gegeben wird.

Hat die letzte öffentliche Kreisversammlung der Erlanger AfD noch in der „Blaue(n) Traube“ in der Spardorfer Straße stattgefunden, sah sich der Kreisverband aufgrund von öffentlichem Druck gezwungen diese Lokalität zu verlassen und will jetzt auf das Restaurant Orpheus ausweichen. Am 12. Januar hielt dort (in der BT) noch der bayerische Landesvorsitzende Petr Bystron einen Vortrag. Dies war nun schon die zweite Räumlichkeit aus der die Partei nach Öffentlichmachung und politischen Reaktionen verwiesen wurde. So plante die Erlanger AfD um Vorsitzenden Siegfried Ermer schon vor über einem Jahr eine Vortragsveranstaltung mit dem Verschwörungstheoretiker Christoph Hörstel, damals im Unicum. Nach öffentlichem Druck entschied sich das Unicum allerdings sinnvoller Weise von der Veranstaltung Abstand zu nehmen und ihre Räume nicht den Rechten zu überlassen. Daran wollen wir weiter ansetzen.
Diesmal steht der angekündigte Vortrag unter dem Titel „Zinsfreie Zentralbank“, Referent ist ein gewisser Andreas Sokolean. Der Vortrag soll auf Silvio Gesell den Begründer der Freiwirtschaftslehre eingehen. Im Ankündigungstext (1) wird ein zinsfreies Finanzprinzip als Alternative zu Kapitalismus und Sozialismus genannt. Gesell auf den die AfD hier rekurrieren will pflegte Kontakt mit Antisemit_innen und NS-Anhängern (2), arbeitete mit diesen zusammen und pflegte selbst das antisemitische Ressentiment vom „raffenden, schachernden, nichtarbeitenden Juden.“ (3). Es verwundert wenig dass diesem, im Ankündigungstext genannten Wirtschaftstheoretiker, sozialdarwinistiche und antisemitische Elemente in seiner Theorie inne wohnen und dass dieser unter NS-Funktionären durchaus Ansehen genoß. Gesell pflegte die Gegenüberstellung „[…] zwischen einem guten, weil produzierenden, und einem bösen, weil zinsheckendem Kapital. Letzteres identifizierte die antisemitische Propaganda mit dem Juden, die Nazis teilten in „schaffendes“ und „raffendes“ Kapital. Historisch führte der falsche Gegensatz von schaffendem und raffendem Kapital immer dazu, dass die angeblichen Raffer mit den Juden identifiziert wurden.“ (4) Diese „Zinskritik“ die hier vorgenommen wird kann man als „politische Ökonomie des Antisemitismus“(5) bezeichnen.
Die Erlanger AfD bleibt sich somit ihrer Linie aus Vorträgen mit antisemitischen oder rassistischen Elementen treu (Vgl. Hörstel-Vortrag).
Der AfD darf in Erlangen kein Raum geboten werden und Veranstaltungen mit Nationalist_innen, Antisemit_innen, Rassist_innen und/oder Sexist_innen müssen mit Widerstand rechnen. Wir fordern das „Deutsche Haus“ und das dort ansässige Restaurant „Orpheus“ auf, die Veranstaltung am 06.04. sofort abzusagen und keine weiteren Versammlungen der AfD in ihren Räumen zu dulden. Jegliche Ausflüchte von Seiten der Betreiber_innen ‚es würde nur Räume zur Verfügung gestellt, mit den Inhalten dieser Partei hätte man nichts zu tun o.ä.‘ um sich der Verantwortung zu entziehen, sind auch dieses Mal nicht hinnehmbar. Die Möglichkeit die AfD aus den Räumen zu verweisen ist klar vorhanden, wer dies nicht tut unterstützt damit auch deren rassistische Politik. Wir werden auch weiterhin das Treiben der AfD im Erlanger Raum beobachten und notfalls gegen dieses mobilisieren. Keinen Platz der antisemitischen und rassistischen AfD!

Gruppe Antithese

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(1) „Das zinsfreie Finanzprinzip, welches in ganz Europa zwischen 1150 und 1438 zu Blüte und Wohlstand führte, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Silvio Gesell (Dt.-It. Geschäftsmann) wieder entdeckt und als alternative Theorie (Freiwirtschaftslehre) zu Kapitalismus und Sozialismus, aber in Einklang mit der Marktwirtschaft fortentwicklet.“
(2) S. Bierl, 2004: „Schwundgeld, Menschenzucht und Antisemitismus – Die Tauschringe, die Lehre des Silvio Gesell und die Antiglobalisierungsbewegung“. http://rote-ruhr-uni.com/texte/bierl_tauschring.pdf. S. 3
(3) S. ebd., S. 11
(4) S. ebd., S. 13
(5) S. Kurz, 2003: „Politische Ökonomie des Antisemitismus – Die Verkleinbürgerung der Postmoderne und die Wiederkehr der Geldutopie von Silvio Gesell“ http://www.exit-online.org/link.php?tabelle=autoren&posnr=18

Time to organize

Derzeit kann in ganz Europa ein Erstarken rechter Strukturen und eine Zunahme rechter Gewalt beobachtet werden. Auch in Deutschland bietet das zunehmend nationalistische und rassistische Klima Nährboden für eine rechte Mobilisierung in verschiedensten Spektren. Das zunehmend selbstbewusste Auftreten militanter Neonazis und ihrer Vereinigungen wie zum Beispiel der Identitären Bewegung und des III. Wegs, lässt sich auch auf den Erfolg der AfD, ihres parlamentarischen Rückgrats zurückführen. Der AfD kommt eine zentrale Rolle in der Ausbreitung und Etablierung dieses Klimas zu. Indem sie beispielsweise öffentlichkeitswirksam versuchen Begriffe wie „völkisch“ und „Asylflut“ wieder salonfähig zu machen, tragen sie dazu bei Hemmschwellen abzubauen. Das „gute deutsche Volk“ wird in dieser Anschauung dem „bösen Fremden“ gegenübergestellt, gegen das es sich zu verteidigen gilt. Stellen wir uns auch in Erlangen nationalistischen und rassistischen Strukturen entgegen. Auch hier wird die AfD ihren Wahlkampf betreiben, auch hier gibt es neonazistische Strukturen wie zum Beispiel die Identitäre Bewegung, die Burschenschaft Frankonia oder den III. Weg. Deshalb ist es wichtig bestehende Initiativen und Einzelpersonen die antifaschistische Arbeit in Erlangen machen möchten zusammenzubringen. Das Antifa-Café soll eine Plattform für Austausch und Vernetzung bieten und zum Aufbau neuer und Stärkung bestehender antifaschistischer Strukturen beitragen. Neben einem offenen Cafébetrieb mit Vefa können auch Vorträge o.ä. Teil des Programms werden.

Der erste Termin steht bereits fest:
Mi | 05.04. | 18 Uhr
Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum Erlangen | Wöhrmühle 7

In Gedenken an Schlomo Lewin & Frida Poeschke – Kundgebung 19.12. – Erlangen

Kundgebung in Erlangen am 19.12. um 17 Uhr, Nürnberger Straße Ecke Südl. Stadtmauerstraße gegenüber Peek & Cloppenburg

Gedenkkundgebung an Schlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen.

Vor 36 Jahren, am 19. Dezember 1980 wurde das Paar Schlomo Lewin und Frida Poeschke in ihrem Wohnhaus in Erlangen Opfer eines antisemitischen Attentats. Der mutmaßliche Täter Uwe Behrendt war Teil der rechtsradikalen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (WSG), die im Zusammenhang mit mehreren Terroranschlägen im Nachkriegsdeutschland steht. Der Rabbiner Lewin war Holocaustüberlebender und engagierte sich gemeinsam mit Poeschke öffentlich für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Franken. Er initiierte die Etablierung einer jüdischen Gemeinde in Erlangen. Auch deswegen wurden sie wohl Ziel des tödlichen Attentats. Nach seiner Ermordung dauerte es bis 1997 bis es wiederum zur Gründung einer jüdischen Gemeinde in Erlangen kam. Die darauffolgenden Reaktionen von Gesellschaft und Ermittlungsbehörden waren beispielhaft für die Zustände im Post-NS-Deutschland für den Umgang mit rechtem Terror: Fehlender Wille seitens der Polizei Ermittlungen in Neonazikreisen zu führen, die stete Verharmlosung des rechten Terrors der WSG durch die regierende CSU und eine nicht vorhandene Auseinandersetzung oder Anteilnahme charakterisierten die Stimmung in der Bevölkerung und in den Ermittlungsbehörden. Statt sich offen mit antisemitischen Tendenzen und Gewalttaten in der Gesellschaft auseinanderzusetzen wurde in Richtung eines Einzeltäters ermittelt und die Morde gerieten in der öffentlichen Wahrnehmung schnell in Vergessenheit. Gerade wegen der Tabuisierung antisemitischer Äußerungen und Taten in der BRD fand eine umfassende, geschweige denn kritische Auseinandersetzung nicht statt. Vielmehr wurde Antisemitismus, wenn dieser offen zu Tage trat gerade nicht als solcher benannt und damit verharmlost. Ohne einen umfassenden Begriff von Antisemitismus, der auch jeweils aktuelle Entwicklungen integriert, kann kein Bewusstsein von dessen Gewaltpotential entwickelt und seinem Ausmaß etwas entgegengesetzt werden. Das antisemitische Ressentiment ist eben nicht wie zu meist angenommen ein neonazistisches oder islamistisches Phänomen, sondern zieht sich durch die ganze Gesellschaft. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus muss notwendigerweise Teil eines Erinnerns an die Opfer antisemitischer Gewalt sein. Dies bedarf eines kritischen Gedenkens, welches die Umstände in denen solche Taten begangen werden können und deren antisemitischen Charakter mit einbezieht, so wie das staatliche und gesellschaftliche Versagen benennt. Im Unterschied zum staatlichen Gedenken das immer daran interessiert sein muss das Bestehende zu legitimieren, gilt es instrumentelle Formen des Gedenkens auszumachen und zu kritisieren. Für ein tatsächliches Ende von antisemitischer Gewalt bedarf es der Kritik und letztlich der Veränderung der Gesellschaft, in der diese Gewalt angelegt ist. Die Gewalttaten, sowie deren Opfer dürfen nicht vergessen werden.

Deswegen wollen wir am 19.12. Frida Poeschke und Schlomo Lewin gedenken.

Gegen jeden Antisemitismus!

Kundgebung in Erlangen am 19.12. um 17 Uhr, Nürnberger Straße Ecke Südl. Stadtmauerstraße gegenüber Peek & Cloppenburg